gropies berlin verbinden als Brückenchor vier Chöre der Weltreligionen

Dieser Artikel wurde im Juni 2009 im Gropiusstädter Chorspiegel veröffentlicht.

Im Rahmen einer feierlichen Saisho-Goma-Zermonie des buddhistischen Ordens Shinnyo-En brillierten die gropies am Sonntag, den 21.06.09 als religionsübergreifende, singende Chorseelen in einer Uraufführung im Berliner Velodrom. Jan-Peter Schwalm, Komponist, Arrangeur und Texter, schuf ein Werk enormer Tiefe und Durchschlagskraft, die knapp 4000 beeindruckte Zuhörer meditativ in ihren Bann zog. Fußend auf mittelalterlichen Hymnen (beeindruckend: Regina polorum) entspann sich ein Raumdialog zwischen je einem jüdischen, einem islamischen, einem christlichen und einem buddhistischen Chor, deren gemeinsame musikalischen Ursprünge in der Keimzelle des Kanons, der wiederkehrenden Rezitation von Textzeilen ihren Ausdruck fanden.

Eingebunden durch Musik dieser Weltreligionen gaben die gropies den musikalischen Ball in Form kurzer latienischer Hymnen jeweils an den nächsten Chor weiter. Chorleiter Sven Hellwinkel, der einen Teil des modernen, gleichzeitig gregorianisch anmutenden gropies-Parts arrangierte, freute sich sichtlich an den präzis weichen Einsätzen seiner Chordamen und feurig-höllenähnlichen, an Berlioz anmutenden Klängen seiner Herrenstimmen.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends: Stephanie Bugiel, Kinderchorleiterin der Gropiuslerchen und langjährig singendes Mitglied der gropies berlin, rief im Rahmen eines Förderprojekts des veranstaltenden buddhistischen Ordens "Shinnyo-en" einen neuen Kinderchor an der Sonnengrundschule in Berlin-Neukölln ins Leben. Unterstützt von den gewohnt souveränen Gropiuslerchen hatten die jungen Kids im Alter von 7-10 Jahren ihren allerersten Auftritt vor sichtlich erstaunten und ergriffenen Zuhörern. Begleitet vom Komponisten Jan-Peter Schwalm und dessen exzellent eingespielter Band sang der Kinderchor zwei neu einstudierte Stücke.

Eingerahmt von den über 100 Mitwirkenden aller Chöre bot sich ein beeindruckendes Schlußbild voller Harmonie. Das Motto " Bauen wir Brücken" fand somit ein sinnbildliches, harmonisch überzeugendes Ende. Großes Bravo, viel Applaus und Lust auf mehr Großveranstaltungen dieser Art !

Foto: obs/Shinnyo-En Deutschland